Forschungsfeld Thermoprozesstechnik

BMWK initiiert neues Forschungsfeld im Forschungsnetzwerk Industrie und Gewerbe

Das neue Forschungsfeld Thermoprozesstechnik widmet sich dem Ziel Hochtemperaturprozesse über 1.000 °C zu defossilisieren. Während einige Prozesse flexibel genug sind um mit regenerativem Strom beheizt zu werden, sind für viele Anwendungen zukünftig klimatneutrale Brennstoffe notwendig.

Temperaturen über 1.000 °C

Die Mehrzahl aller heute industriell genutzten Prozesse mit Temperaturen über 1.000 °C werden mit Hilfe von fossilen Energieträgern beheizt.

Das Ziel diese Prozesse zu defossilisieren ist besonders komplex. Zwar können manche Prozesse grundsätzlich elektrisch beheizt werden, bieten aber nicht die Lastflexibilität, um der  fluktuierenden Erzeugung regenerativer Energien zu folgen. Weniger flexible Prozess können mit nachhaltigen Brennstoffen wie bspw. grünem Wasserstoff beheizt werden.

Milliardenschwerer Anlagenpark 

Aus wirtschaftlichen Gründen kann die Umstellung auf klimaneutrale Beheizung nur schrittweise erfolgen. Im existierenden Anlagenpark stecken schließlich Milliardenwerte. Ein Neubau ist vielfach weder ökologisch noch wirtschaftlich erstrebenswert. Andererseits ist die Nachrüstung für klimaneutrale Beheizung technisch einfach umsetzbar. Und auch in der Prozessführung bieten sich Potentiale um den Energiebedarf insgesamt weiter zu senken.

Kurator Joachim Wünning

Als neuer Kurator des Forschungsfeldes wurde Joachim Wünning benannt. Er verfolgt das Ziel durch regelmäßigen Austausch und Vernetzung einer Vielzahl von Akteuren die Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Als Fachmann für energieeffiziente und emissionsarme Verbrennungstechnik bringt Wünning das nötige Rüstzeug um echte Fortschritte zu erzielen. Gleichsam betont er, dass eine ergebnisoffene Betrachtung unabdingbar ist. Ohne eine technologisch unvoreingenommene Analyse bestehe die Gefahr, dass die besten Lösungen übersehen werden. 

Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau

Ähnliche Ziele wie das neu formierte Forschungsfeld verfolgt bereits seit Jahren die im VDMA angesiedelte Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau (FOGI). Eine enge Kooperation ist daher folgerichtig.

“Das Forschungsfeld Thermoprozesstechnik und die Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau können voneinander profitieren und sich in ihrer Arbeit gut ergänzen. In beiden Netzwerken sind ähnliche Akteurinnen und Akteure mit ähnlichen Interessen vertreten – da bleibt auch die Konkurrenz mal außen vor, um gemeinsame Probleme zu lösen. Das Forschungsfeld bietet darüber hinaus den Anreiz für mittelständische Anlagenbauer, auch ein Impulsgeber im Bereich Forschungsförderung für die Politik zu sein” sagt Joachim Wünning im Interview mit dem Projektträger Jülich. 

Eine erfolgreiche Vernetzung interdisziplinärer Forschung soll also dazu beitragen die Thermprozesstechnik fit zu machen für die Energiewende.

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